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dickes gestreiftes Mahagonisägefurnier aufgeleimt worden,
um dem Schrank nach außen ein einheitliches Erscheinungs-
bild zu verleihen. Durch das Aufleimen unterschiedlich star-
ker Hölzer verzogen sich im Laufe der Jahre die Türen.
Die 6 mm breiten Messingumrahmungen, in die die an den
Rändern abgeschrägten Glasscheiben und Spiegel eingelas-
sen sind, waren so stark verschmutzt und durch das Ein-
wirken von Feuchtigkeit angelaufen, dass sie auf den ersten
Blick wie die Stege einer Bleiverglasung wirkten.
DiE RESTAURiERUNGSARBEiTEN
Die zahlreichen Schäden machten umfangreiche Restaurie-
rungsmaßnahmen erforderlich. Da der Lack auf den obe-
ren Abdeckplatten zum Teil bis auf das Furnier abgenutzt
war, musste der verbliebene Lack mit einem Lösungsmittel
abgenommen werden. Die Einlegeböden wiesen dieselben
Abnutzungserscheinungen auf, weshalb auch die dort noch
vorhandenen Lackreste abgeschliffen wurden. Anschließend
konnten neue Lackschichten aufgebracht werden.
Bei den weniger geschädigten Frontpartien wurde hingegen
aus konservatorischen Gründen auf eine Neulackierung ver-
zichtet. Um die historische Oberfläche zu erhalten und einer
möglichen Unverträglichkeit verschiedener Lacke vorzubeu-
Abb. 2 Spiegelelemente und Ablagefläche des Vitrinenschrankes vor der
Restaurierung (© MNHA, Foto Ben Muller)
Abb. 3 Gleiches Detail nach der Restaurierung mit aufgearbeiteten Lackflächen
und polierten Messingeinfassungen (© MNHA, Foto Ben Muller)
Abb. 4 Abgesägtes Standbein, unbehandelte Frontfläche und Fenster mit
Messingrahmen (© MNHA, Foto Ben Muller)
Abb. 5 Gleiches Detail nach der Restaurierung mit ergänztem Standbein
(© MNHA, Foto Ben Muller)