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Zumindest bei den Photogutachten spricht aber die einheit-
liche Ausführung dafür, dass sie vom Notar in Auftrag gege-
ben wurden, nachdem er bereits im Besitz der Bilder war. In
die gleiche Richtung weist auch die Feststellung, dass jeweils
zwei Gutachten von ein und demselben Gutachter stammen,
den Universitätsprofessoren Wilhelm
Suida25
und Willem Vo-
gelsang26.
In der Aufstellung von 1941 sind darüber hinaus
noch für zwei weitere Bilder der Sammlung Gutachten Wil-
helm Suidas ohne Angabe der Datierung
erwähnt27.
Zudem
findet sich im Museumsarchiv ein auf den 6. April 1935 da-
tierter Brief Wilhelm Suidas an Edmond Reiffers. Er betrifft
25
Wilhelm Emil Suida (1877-1959), ausgewiesener Kenner der Malerei der
italienischen Renaissance, war seit 1919 Direktor der Landesgalerie in Graz.
Aufgrund antisemitischer Vorbehalte gegen seine jüdische Ehefrau emigrier-
te Suida nach dem „Anschluss“ Österreichs 1939 in die USA. Vgl. Ulrike
Wendland, Biographisches Handbuch deutschsprachiger Kunsthistoriker im
Exil: Leben und Werk der unter dem Nationalsozialismus verfolgten und vertrie-
benen Wissenschaftler. München, 1999, Bd. 2, S. 672-677.
26
Willem Vogelsang (1875-1954), ab 1907 und bis zu seiner Emeritierung
1946 an der Universität Utrecht erster Professor für Kunstgeschichte in den
Niederlanden überhaupt, Begründer des Institut für Kunstgeschichte der
Universität Utrecht. Vgl. Dictionnary of Art Historians unter http://www.dictio-
naryofarthistorians.org/vogelsangw.htm.
27
Es handelt sich um die Jacobo del Orcagna (1943-74/6) sowie Giuseppe
Cesari (Cavaliere d’Arpino, vgl. Tab. 3, Nr. 21) zugeschriebenen Gemälde.
Abb. 4 Schwarzweissaufnahme Martino di Bartolomeo (1942-74/15), rückwärtig
Gutachten W. Suida 1931.
Abb. 5 Photogutachten W. Suida 1930 zu Martino di Bartolomeo (1942-74/15).
Abb. 6 Schwarzweissaufnahme François Clouet, Porträt Karls IX (Tab. 3, Nr. 35).