65
Empreintes
2010
kleinen Blasen. Dm 3 cm. 4 Jh. (vgl. Goethert Typ 58b), nicht abgebildet.
Lit.: Goethert-Polaschek (1977) Tafel B
Keramik 46
Das im zuge der Grabung gefundene Keramikmaterial zeigt nahezu das gesamte
spektrum des in den gallischen Provinzen vorkommenden Materials. Der Großteil
datiert in das 2. und 3. Jahrhundert. Einige Formen sind jedoch bereits in die
zweite Hälfte des 1. Jahrhunderts zu datieren. im Verhältnis zu den 17 gefundenen
Münzen des 4. Jahrhunderts ist das Keramikmaterial dieser zeit unterrepräsentiert.
Bei den Terra sigillata-Fragmenten sind einige wenige Reliefsigillaten zu nennen.
stark vertreten sind schälchen mit glattem Rand (Drag. 40; oswald/Pryce 48, 14),
Teller mit gewölbtem Rand, geknicktem Boden und Rundstablippe (Niederb. 1),
welche zugleich die ältesten Fragmente unter den Ts-Formen darstellen, da süd-
gallische Ts nicht nachgewiesen werden konnte. Ferner u.a. Fragmente von Tel-
lern mit flachem Boden, glattem Rand und unprofilierter Lippe (Niederb. 5a, Drag.
32), schälchen mit flachen Boden und Barbotine-Verzierung auf dem nach außen
umgeschlagenen Rand (Drag. 36) und schalen mit Rundstablippe und Kerbband-
dekor (Gose 19). Bei zwei Bodenfragmenten waren stempel vorhanden. Es handelt
sich einmal um das Fragment einer schale, mit stempel CRiCiRo (inv. 2008-
037/223; s. Frey 99,2) sowie um das Bodenfragment eines schälchens, mit dem
stempel CENsoRi[nus] (inv. 2008-037/209-3; nicht bei Frey vgl. 70,6-70,9).
Bei der schwarzfirnisware sind zahlreiche Fragmente von Bechern der Typen
Ludovici iii U 25, Niederb. 32, Niederb. 33 und Gose 190 vertreten, ferner zwei
Fragmente mit Weißmalerei (inv. 2008-037/100-8 und 209-4; Künzl Gruppe ii
vgl. Typ TRi 474).
Abb. 9 Kleinfunde der Grabung „Rue Alexis Heck“ 2008. M. 1 : 2
46
zur Bestimmung des Keramikmaterials wurde die einschlägige Fachliteratur
zu Rate gezogen. Die gängigen Abkürzungen der Referenzen sind: Niederb.
– Keramik des Kastells Niederbieber, oELMANN (1914); oswald/Pryce –
osWALD/PRyCE (1966); Gose – GosE (1975); Frey – FREy (1993); Drag.
– DRAGENDoRFF (1895); Künzl – KüNzL (1997); Altb. – GosE (1972).