26 museomag 01 ‘ 2023
Die Autorin des Artikels, Caroline Rocco, beim Einsehen der Feedbackzettel in der Ausstellung.
©
éric
chenal
“I PROMISE TO UNLEARN / RE-LEARN
TO HELP ELICIT CHANGE!” (1/2)
BESUCHER/-INNEN FEEDBACK ZUR AUSSTELLUNG
«LE PASSÉ COLONIAL DU LUXEMBOURG»
Ausstellungen sollen nicht nur passiv von Besucher/
-innen wahrgenommen werden, sondern bieten im
besten Fall die Gelegenheit, einen Dialog zu fördern
zwischen dem Museum und seinem Publikum, aber
auch zwischen den Besucher/-innen. Dieses Ziel wurde
im Rahmen der Ausstellung über Luxemburgs koloniale
Vergangenheit aktiv verfolgt.
Das Publikum erhielt die Möglichkeit, im letzten Teil
der Ausstellung ein schriftliches Feedback zu hinter-
lassen und an einer Wand anzubringen. Die dafür bereit
gestellten Rückmeldungszettel enthielten fünf Fragen,
auf die Bezug genommen werden konnte:
– Sind Sie der Meinung, dass Luxemburg eine
koloniale Vergangenheit hat?
– Haben Sie Ihre Meinung nach dem Besuch der
Ausstellung geändert?
– Muss die Luxemburger Regierung sich für die Rolle
des Landes im Kolonialismus entschuldigen?
– Leben wir in einer vollständig dekolonisierten
Welt?
– Haben Sie Erinnerungen an die Kolonialzeit, die
Sie mit uns teilen möchten?
Im Folgenden werden die Ergebnisse der Feed-
back-Analyse vorgestellt. Dazu wurden von den rund
450 ausgefüllten Zettel 60 für die Ausstellung relevante
Rückmeldungen untersucht.
PRÄSENTATION DER DATEN
Es ergab sich eine Anzahl von insgesamt 104 Aus-
drücken (expressions). Aus diesen Ausdrücken konnten
folgende Kategorien und Werte in Prozent erarbeitet
werden: „Argumentativer Diskurs“ 48 %, „Erfahrungs-
bericht“ 17 %, „Vorschlag“ 3 % und „intentionaler Kom-
mentar“ 32 %.