MNAHA Collections Logo
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Empreintes 03

Access restriction

There is no access restriction for this record.

Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Metadata

fullscreen: Empreintes 03

Periodical

Title:
Empreintes

Periodical volume

Title:
Empreintes 03

Article

Title:
Die wechselvolle Geschichte zweier römischer Mosaiken aus Diekirch

Contents

Table of contents

  • Empreintes
  • Empreintes 03
  • Sommaire
  • Restes humains découverts en 1892 au Deiwelselter de Diekirch : nouvelle étude anthropologique et datation par carbone 14
  • Biseau sur support perforé en bois de cerf de Luxembourg-Eich - "Eecherbësch"
  • Une nécropole à incinérations de l'Âge du Bronze final à Remerschen - "Klosbaam" (Grand-Duché de Luxembourg) : premiers résultats
  • Héraclès et Télèphe. Un bronze énigmatique du Titelberg
  • Geomagnetische Prospektion im römischen Vicus Ricciacus - Dalheim
  • Neue Grabungen in den Thermen des Vicus Ricciacus
  • Auge um Auge... Ein seltenes Fundstück aus dem Tempelbezirk des römischen Vicus in Dalheim
  • Die römische Axialhofvilla von Diekirch - Neue Grabungen und Forschungen
  • Die wechselvolle Geschichte zweier römischer Mosaiken aus Diekirch
  • Ein frühchristlicher Ziegelstempel aus der römischen Villa von Moersdorf - "Sartdorf"
  • Saint Hubert de Liège : Ein neues Bildmodel aus Luxemburg - Clausen
  • Acquisitions récentes au profit de la section Beaux-Arts
  • Peintures et dessins de Joseph Kutter (1894-1941) : Legs de Madame Catherine Meyer-Kutter (1924-2009) au Musée national d'histoire et d'art
  • "Un petit parmi les grands. Le Luxembourg aux Expositions universelles de Londres à Shanghai (1851-2010)" - unsere Spurensuche
  • Expositions temporaires 2009-2010

Full text

75 
Empreintes 
2010 
der Vorbereitung bis zur der Verlegung eines Mosaik bodens 
erforderten dies. Leider konnte bis heute noch keine römi- 
sche Mosaizistenwerkstatt genauer lokalisiert werden. 
Dank der gut ausgebauten Infrastruktur kam der gebildete 
Gutsherr von Diekirch schnell und problemlos in Kontakt 
mit einer in Trier ansässigen Mosaizistenwerkstatt. Anhand 
von Musterbücher und Vorlagen, stellte er sich seinem Ge- 
schmack und Bedürfnissen (z.B. zur Ausschmückung eines 
Bankettsaales für ein Symposium – kultiviertes Trinkgelage 
auf dem Vorteppich, triclinium) entsprechend „sein“ Mosaik 
zusammen. Obwohl auch diese Vorlagen und Musterbücher 
eine solide Qualität und eine gewisse Einheitlichkeit des Stils 
im ganzen Imperium garantierten, unterlagen sie den üblichen 
regionaltypischen Moden der römischen Epoche. Der Fanta- 
sie des Auftraggebers waren somit keine Grenzen gesetzt, was 
die „bunte“ Mischung an Gestaltungsornamenten anhand der 
beiden Mosaiken eindrucksvoll belegt (Abb.	11	und	12). 
Kassettenartige Schwarzweißmosaike finden sich überall 
in den Nordwest- Provinzen des römischen Reiches. Aus- 
gehend von der hellenistischen Vorliebe für illusionistische 
Effekte auf Wand- und Deckmalereien, sowie Mosaiken, 
entwickelte sich in der Baukunst die in Quadratfelder geglie- 
derte 
Mosaikfläche 23. 
Das „Löwen“-Mosaik vereint das Qua- 
dratfelderschema mit dem 
Zentralkompositionsschema 24. 
So 
zeigt das Diekircher Beispiel sich in einer Weiterentwicklung, 
hervorgerufen durch die Mehrfarbigkeit und das Einfügen ei- 
nes zentralen Bildfeldes mit Mäanderumrandung. 
Offensichtlich ist die stilistische und räumliche Nähe einzel- 
ner Motive zu dem ornamentalen Mosaik mit pflanzlichen 
Motiven aus der römischen Villa Otrang aus Raum 23 von 
Fließem bei Bitburg, welches in die 1. Hälfte des 3. Jhs. 
datiert. Zwei der fünf Rosettenvarianten ähneln sich in der 
Farbgestaltung, Form und Setztechnik so stark, dass man von 
einer gleichen Vorlage oder Werkstatt sprechen möchte. Eine 
dritte Rosette, die Blüte mit Spitzblättern, erscheint in einer 
modifizierten Variante. Es fehlen die vier großen Blütenblät- 
ter. Es zeigen sich jedoch nicht nur stilistische Einflüsse des 
benachbarten moselländlich-rheinischen Raums, sondern 
auch des weiter entfernten Rhoneraums um Vienne (Frank- 
reich) und der Schweiz. 
Die Datierung des „Löwen“-Mosaik aus Raum 2 der Diekir- 
cher Palastvilla in die 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts durch 
Klaus Parlasca muss bezweifelt 
werden 25. 
Eine Interpretation 
nur anhand stilistischer Analysen und Vergleiche mit ähnli- 
chen Mosaiken ist nicht ausreichend und bleibt hypothetisch. 
Zu ihrer Zementierung fehlt uns eine wissenschaftliche Aus- 
wertung der Grabungsbefunde von 1926 und 1950/51. Ver- 
wertbare Parallelen liefern zwei Mosaiken aus der römischen 
Villa Otrang von Fließem mit insgesamt 14 Mosaiken. Zum 
einen ist die Formen- bzw. Vorlagengleichheit von zwei Mo- 
tiven auf dem ornamentalen Mosaik mit pflanzlichen Moti- 
ven aus Raum 23 von Fließem augenscheinlich. Zum ande- 
ren zeigt ein zweites Fließemer Mosaik mit pflanzlichen und 
figürlichen Motiven aus Raum 19 eine Vorlagenähnlichkeit 
mit der Akantusranke im Schwellenband des leider neuzeit- 
lich zerstörten Diekircher „Apsis“-Mosaik aus Raum 1. 
Schon Parlasca erkannte „eine Entwicklungsstufe, in der die 
durch bunte Rosetten belebten Schwarz-Weiß-Kompositio- 
nen durch ein kleines, zentrales Bildfeld bereichert wird. Die- 
ser Vorgang ist seit dem zweiten Viertel des 2. Jahrhunderts 
zu belegen, doch dürfte das Diekircher Beispiel nicht zu den 
frühesten gehören“. Und so datierte Parlasca das Diekircher 
Löwenmosaik in die 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr., 
wie übrigens auch die beiden oben genannten Fließemer Mo- 
saiken. Dabei übersah er, dass das Diekircher Beispiel sich 
durch eine zusätzliche Akzentuierung mittels roter Terra 
20 
 Gonzenbach, von 1961, s. 59 ff; Die Blüte (schwarz, grün, rot, gelb auf weiß) 
unten rechts im Mosaik aus der Parzelle Fornallaz/Avenches 1863, ist identisch 
mit unserer farbigen Blüte. Als ob sie aus dem gleichen Vorlagenbuch stammt 
oder/und von dem gleichen Mosaizisten gesetzt wurde! 
21 
 Löwendarstellungen sind ein beliebtes Motiv als mythologisches 
Element, wie im Kölner Dionysosmosaik zu sehen, aber auch in diversen 
Gladiatorenmosaiken, wie z.B. in Nennig. 
  Griechische Mythologie: Der Kithäronische Löwe wird schließlich vom jungen 
Herakles kurz nach dem Auszug aus seinem Elternhaus und dem Beginn seiner 
Wanderungen erschlagen, welcher sich das Fell und das Haupt der erlegten 
Bestie aneignet: den Kopf des Löwen trägt Herakles fortan als Helm, sein Fell 
als Umhang. Der Kithäronische Löwe ist zu unterscheiden vom Nemeischen 
Löwen, den Herakles im zuge seiner zwölf Aufgaben erlegt. Der Löwenkopfhelm 
und das Löwenfell sind insbesondere in der bildenden Kunst die Attribute des 
Herakles. 
22 
 Katalog der römischen Mosaike aus Trier und dem Umland, 1999 
  Parlasca 1959, Tafel 61.3: Ein frühes undatiertes Beispiel eines 
Kompositionsschemas eines 
   schwarzweißmosaiks mit Kassettenmuster aus Köln, das dem Diekircher 
Löwenmosaik sehr ähnelt. 
 stern 1957, 1960 und 1963 
 Documents du Musée romain d’Avenches, 1997 
  Gonzenbach, von 1974, s. 6 ff; Das Mosaik Nr. 3 aus dem Haus i in orbe- 
Boscéaz/Ch ist mit seinem schlichten geometrischen Kompositionsschema 
und mit figürlichen Motive in Form von stilisierten Blüten und Knospen sehr 
nah am stil des Löwenmosaik. 
  Mosaïque Recueil d’Hommages a Henri stern 1983 ; J. Lancha, Planche CLiii ff 
23 
 Jahresheft des österreichischen Archäologischen institutes in Wien 1986/87, 
s. 238: „Das früheste bekannte Kassettenmosaik, das sozusagen als Leittyp 
gelten kann und meist auch an erster stelle angeführt wird, ist das berühmte 
Löwenmosaik von Teramo.“ 
24 
 Gonzenbach, von 1961; Tafel H/K und s. 209 ff 
   Jahresheft des österreichischen Archäologischen institutes in Wien 1986/87, 
s. 234 ff 
25 
 Parlasca 1959, s. 20
	        

Downloads

Downloads

Full record

ALTO TEI Full text PDF Mirador

This page

PDF Image Preview Image Small Image Medium Image Large (3000 px) ALTO TEI Full text Mirador

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Formats and links

Formats and links

The metadata is available in various formats. There are also links to external systems.

Formats

METS METS (entire work) MARC XML Dublin Core

Links

DFG-Viewer Mirador

Cite

Cite

The following citation links are available for the entire work or the displayed page:

Full record

RIS

This page

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

How much is one plus two?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.