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Empreintes 01

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Metadata

fullscreen: Empreintes 01

Periodical

Title:
Empreintes

Periodical volume

Title:
Empreintes 01

Article

Title:
Die Wiedergabe einer Hirtenidylle auf einer römischen Pilgerflasche aus Echternach

Contents

Table of contents

  • Empreintes
  • Empreintes 01
  • Sommaire
  • Avant-propos
  • Avant-propos du Directeur
  • La fréquentation au Mésolithique moyen de l'abri "Auf den Leien" à Hersberg, commune de Bech. Bilan de la campagne 2006
  • Exceptionnelle découverte de parures mésolithiques en coquillage fossile sur le site d'Heffingen - "Loschbour"
  • Découverte de deux maisons préhistoriques à Altwies - "Op dem Boesch" en 2006
  • Le laser au service de la pétroarchéologie : Mission "RAMAN" du MNHN de Paris au MNHA à Luxembourg
  • Un insigne du secours d'hiver (Winterhilfswerk) découvert à Hersberg - "Bourlach"
  • Fouille de sauvetage d'une tombe à char celtique à Reuland
  • Sondages dans une nécropole tumulaire à Clemency
  • Un atelier de potier du 1er siècle aprés J.-C. dans l'oppidum trévire du Titelberg
  • Die Wiedergabe einer Hirtenidylle auf einer römischen Pilgerflasche aus Echternach
  • Eine Bronzestatuette der Göttin Venus aus Schandel
  • Neues zum römischen Vicus von Altrier
  • Bronzestatuette eines Wagenlenkers aus Altrier
  • Durchbrochene Pferdegeschirranhänger mit vegetabilem Dekor aus Luxemburg
  • Grabungsbeginn 2007 in Altrier
  • "VTERE FELIX" - Ein spätrömischer Silberlöffel mit Inschrift
  • Naturwissenschaftliche Untersuchungen an römischen Gläsern aus Hellingen
  • Zu den Arbeiten des Nationalmuseums auf der Escher Gleicht - Bilanz der Jahre 2002 bis 2006
  • Die "Traufkinder" von der Nordseite der "Kirche 10" in Grevenmacher (Luxemburg) - anthropologische Auswertung der Skelettreste
  • Eine (un)bekannte Wasserburg zu Colpach-Bas
  • Le cadastre archéologique du Grand-Duché de Luxembourg en cours d'élaboration
  • Zwei repräsentative Silberarbeiten Luxemburger Herkunft
  • Deux vases Art déco du pavillon du Grand-Duché de Luxembourg à l'Exposition universelle et internationale de Bruxelles en 1935
  • Europa auf der Suche nach sich selbst. Von Karl IV. bis zur modernen Verfassungsdiskussion : Die Luxemburger, das Heilige Römische Reich und Europa
  • Acquisitions : Mansfeld à l'honneur
  • Travaux de conservation "La Toilette de Vénus" Attribué à Pierre-Jacques Cazes (1676-1754)
  • Tableaux anciens récemment acquis par le Musée national d'histoire et d'art : Une nouvelle politique d'achat
  • Expositions temporaires 2006-2007

Full text

53 
Empreintes 
2008 
Häufiger sind allerdings Szenen mit bukolischem Gehalt auf 
Gemmen aus den Nordwestprovinzen verbreitet, so etwa aus 
Xanten, Köln oder anderen Städten. Sie geben allerdings 
meist nur ein einfaches Bildmuster wieder, nämlich das Op- 
fer vor der Herme des 
Priap 18. 
Aus dem Gebiet von Luxem- 
burg ist ein zweites Motiv mit einer sehr schönen Glaspaste 
wohl aus Dalheim belegt (Abb.	6), das einen sitzenden Hirten 
vor seiner Herde wiedergibt. Das Motiv hat fast dieselbe Ver- 
breitung gefunden wie das zuerst genannte mit Priap, betont 
aber stärker das Glück des 
Hirten 19. 
Dieser Bildtypus wurde nämlich in den Nordwestprovinzen 
auch auf den Schmuck von Lampen übertragen, auf denen 
ebenfalls ein stehender Hirte mit einer Herde von Schafen 
und Ziegen wiedergegeben ist. Bisweilen erhält er den Namen 
Tityrus, der dem Repertoire der literarischen Fassungen der 
Bukolik entnommen ist. In Vergils erster Ekloge der Bucoli- 
ca unterhalten sich Tityrus und Meliboeus. Der jugendliche 
Meliboeus fürchtet den Krieg, in den er voll banger Erwar- 
tungen ziehen muss, während der alte Tityrus sein ländliches 
Glück auskostet und auf den Frieden hofft, den er sich von 
einem jungen Mann in Rom verspricht. Es fällt nicht schwer, 
darin Octavian-Augustus zu erkennen. Auch wenn sich Mo- 
tive in Bild und Text ähneln, etwa die Ziege, die sich nach 
ihrem Futter streckt (Verg. buc. I, 76), handelt es sich auf 
Gemmen und Lampen nicht um eine bloße Illustration einer 
Textvorlage 20. 
Tityrus avancierte vielmehr zum glücklichen 
Hirten schlechthin, und die Ambivalenz und der Spannungs- 
reichtum, die der literarischen Fassung durchaus eigen sind, 
gehen dem Bild völlig ab. Es gerät damit viel eindeutiger zur 
Chiffre harmonischen Hirtenglücks. Das Bildmotiv konnte 
auf diese Weise auch für den Grabstein des Viehzüchters 
(‚pecuarius’) Iucundus aus Mainz gewählt werden, selbst 
wenn ihn nach Aussage der Inschrift ein Sklave ermordet 
hatte 21. 
In den verschiedenen Gattungen lässt sich also eine unter- 
schiedliche Form des Umgangs mit dem Thema der Bukolik 
feststellen. In den Bildern der Grabdenkmäler werden gerne 
der Ertrag und die Effizienz der Arbeit betont, seltener das 
ländliche Glück, in den Gemmen die Verehrung für den Gott 
der ländlichen Fruchtbarkeit und sexuellen Lust oder – wie 
auch in den Bildlampen – eine eingängige Wiedergabe des 
ländlichen Friedens. 
Vor diesem Hintergrund wird die Besonderheit der Darstel- 
lungen auf der römischen Lampe in München und vor allem 
auch der Flasche aus Echternach im Vergleich mit der Basis 
im Vatikan noch deutlicher. Sie gehen auf ein Konzept zu- 
rück, das in seiner Bindung an die hellenistische Tradition 
den Themenbereich der Bukolik mit allegorischen Zügen 
überhöht. Darin sind die Werke in mancher Hinsicht den 
bukolischen Gedichten des Vergil als kongenial anzusehen. 
Kontrastiert werden Jugend und Alter mit ihren unterschied- 
lichen Qualitäten, aber auch die unterschiedliche Zuwen- 
dung von Menschen zu Tieren in der Natur und im Hause, 
begleitet von freundlichen Nymphen. Solche Muster passten 
gut zur römischen Kultur des Otium, wobei die Welt der hel- 
lenistischen Bukolik durch unterschiedliche Züge erweitert 
wurde, von Bezügen auf das aktuelle Geschehen, von Intel- 
lektualität, aber auch einer gewissen theatralischen Zurschau- 
stellung. Derartige Bilder mit komplexem Gehalt finden sich 
in den Provinzen im Westen des Reiches nur selten. Umso 
größere Bedeutung kommt einem Fund wie der Flasche aus 
Echternach zu.<
	        

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