3 03 ‘ 2020 museomag EDITORIAL wie in fast allen Bereichen des Lebens zeitigt die aktuelle COVID-19-Pandemie auch für die Museen weitreichende Folgen, deren Dauer und Tiefe sich zum jetzigen Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen lassen. Schon im Januar und Februar beeinträchtigte der Virus unsere Arbeit massiv. So musste eine für September geplante große Ausstellung in Zhengzhou (Provinz Wuhan, China) angesichts der sanitären Lage vor Ort um ein Jahr verschoben werden. Auch der Rücktransport mehrerer Leihgaben aus dem Palazzo Duccale in Venedig erwies sich als nicht mehr möglich. Am 13. März, nur wenige Tage vor der geplanten Vernissage der Fotoausstellung von Carla van de Puttelaar (S. 6-7), ereilte uns dann die Anweisung zur kompletten Schließung der Ausstellungsräume. Erst zwei Monate später, am 12. Mai, konnten wir unter Auflagen und zunächst nur für eine beschränkte Zahl von Einzelbesuchern das MNHA und das M3E wieder öffnen. Ab dem 9. Juli sind jetzt auch wieder Gruppenführungen und Aktivitäten für Erwachsene möglich. Eine Zusammenfassung der aktuell geltenden Regeln finden sie auf Seite 32-33. In Form und Inhalt legt die vor Ihnen liegende Ausgabe unseres Museomag Zeugnis von dieser außergewöhnlichen Zeit und der immer noch komplexen Situation ab. So fehlt der sonst beiliegende . Angesichts von sich auch in nächster Zukunft vielleicht noch ändernden Sicherheitsanweisungen und Hygienemaßnahmen verweisen wir Sie lieber auf unsere Homepage www.mnha.lu, wo Sie zu allen unseren Aktivitäten ständig aktualisierte Informationen finden. Ein für das Publikum auf unbestimmte Zeit geschlossenes Museum, dessen Mitarbeiter soweit irgend möglich im Home-Office-Modus arbeiten, muss sich quasi neu erfinden. Dank des Engagements und der Flexibilität aller Beteiligten ist uns das – wie ich finde – in sehr kurzer Zeit recht gut gelungen. Dabei kristallisierten sich schnell zwei Arbeitsschwerpunkte heraus, in die wir Ihnen in dieser Ausgabe des Einblick geben wollen. Um unserem Publikum weiterhin wenigstens einen virtuellen Kontakt mit dem Museum zu ermöglichen, wurde in Windeseile eine Fülle an digitalen Angeboten ausgearbeitete und über unsere Webseite sowie die sozialen Medien zur Verfügung gestellt. Sie umfassen neben 3D-Präsentationen unserer drei aktuell angebotenen Sonderausstellungen (S. 8-9) auch speziell ausgearbeitete Video-Führungen dieser Ausstellungen (S. 10-11). Auch eine Vielzahl an edukativen Angeboten für Jung und Alt wurden entwickelt (28-31). Die Sammlungsbereiche, der Museumspädagogische Dienst, die Kommunikationsabteilung, die Abteilung für Digitalisierung sowie unsere externen Mitarbeiter arbeiteten Hand in Hand – wenn auch größtenteils von zu Hause aus – an diesen Angeboten. Der zweite Arbeitsschwerpunkt lag auf der Sammlungsarbeit. Auch hierfür finden Sie einige Beispiele im vorliegenden : so erlaubte eine Sammlungswerkstatt des Kupferstichkabinetts (S. 26-27) wichtige Fortschritte bei der Erschließung dieses umfangreichen und zu Unrecht (fast) vergessenen Sammlungsbereiches (S. 14-16). Auch unsere Waffensammlung konnte sich während der Schließungsperiode besonderer Aufmerksamkeit erfreuen (S. 24-25). Natürlich wollen wir auch diese bislang einmalige Erfahrung eines gesellschaftlichen Shutdowns in Luxemburg für spätere Generationen dokumentieren, indem wir diesbezüglich aussagekräftige Gegenstände, Bilder und Erfahrungen sammeln. Einen Aufruf, uns dabei zu helfen, finden Sie auf S. 34. Liebe Leserinnen und Leser, nach mehrmonatiger Unterbrechung sind unsere Museen wieder für Sie geöffnet. Ein Besuch bei uns ist sicher und wir freuen uns schon darauf, Sie bald wieder bei uns begrüßen zu können. Auf bald im Museum Ihr LIEBE LESERINNEN UND LESER, MICHEL POLFER MUSEUMSDIREKTOR