11 04 ‘ 2019 museomag BEGLEITBAND ZUR AUSSTELLUNG Ein Sammelband herausgegeben von den Aus- stellungskommissaren Claude Frieseisen, Régis Moes, Michel Polfer und Renée Wagener beglei- tet die Ausstellung, die im Nationalmuseum zu sehen ist, und folgt dabei dem Werdegang des Wahlrechts in Luxemburg. Reich bebildert ver- tiefen ein gutes Dutzend Beiträge in deutscher oder französischer Sprache die großen The- men im Zusammenhang mit dem allgemeinen Wahlrecht: die Ursprünge des Wahlsystems, die Entwicklung des politischen Lebens im 19. Jahr- hundert, die Appelle zur Demokratisierung des Zensuswahlrechts sowie die Beweggründe und Bedingungen der Einführung des allgemeinen Wahlrechts. Für die Zeit nach 1919 setzen sie den Schwerpunkt auf die Kritik des Parlamen- tarismus in der Zwischenkriegszeit, die Abschaf- fung der Demokratie unter der nationalsozialis- tischen Besatzung im Zweiten Weltkrieg und die Entwicklung der politischen Partizipation in der Nachkriegszeit, um mit einer kritischen Darstel- lung des heutigen Wahlsystems zu schließen. Mit Beiträgen von: Éloïse Adde, Christa Birkel, Michel Dormal, Ben Fayot, Fernand Fehlen, Gilles Genot, Germaine Goetzinger, Georges Hellinghausen, Christiane Huberty, Raphael Kies, Régis Moes, Michel Pauly, Philippe Poirier, Marc Schoentgen, Tobias Vetterle, Renée Wagener. #wielewatmirsinn – 100 Jahre allgemeines Wahlrecht in Luxemburg. ISBN : 978-2- 87985-629-2 Eröffnung der Ausstellung #wielewatmirsinn – 100 Jahre allgemeines Wahlrecht in Luxemburg (1919-2019) am 26. September um 18 Uhr. Ausstellungsdauer: vom 27. September 2019 bis zum 6. September 2020. Eintritt frei. www.wielewatmirsinn.lu Es ist und bleibt eine unglaublich beeindruckende Tat- sache, dass für jede der zahlreichen Ausstellungen im MNHA ein durchweg neues museografisches Konzept umgesetzt werden muss. Von den Wandfarben über die Vitrinen bis hin zur Beleuchtung wird alles von Grund auf umgestaltet und dem Museum so ein neues Erscheinungsbild verliehen. So verfügt die neue Auss- tellung – womöglich die bis dato größte – auf mehr als 650 Quadratmeter Ausstellungsfläche beispielsweise über 350 Ausstellungsobjekte, davon mehr als 70 die von den hauseigenen Schreinern eingerahmt wurden und über 35 Wahlplakate. Alles zu sehen in mehr als 70 Vitrinen, begleitet von 40 installierten Bildschirmen die der Ausstellung zusätzlich einen interaktiven Charakter verleihen. Hiervon bekommt der Besucher jedoch in der Regel nichts mit. Umso privilegierter fühlt man sich, selbst einmal Teil eines so dynamischen Vorganges gewesen zu sein und einen Blick hinter die Kulissen erhaschen zu dürfen. Tom Zago