52 Diese könnten sonst an der Silikonhaut hängenbleiben und so Fehlstellen in der Kopie verursachen. Die Trocknung ist eine entscheidende Phase bei der Herstel- lung einer solchen Kopie. Trocknet das Material zu schnell oder nicht homogen, entstehen Risse, die so tief sein können, dass die gesamte Kopie instabil und nicht zu verwenden ist. Um dem vorzubeugen, wird die Kopie in der Gussöffnung mit nassen Tüchern und Kunststofffolie abgedeckt und über mehrere Tage in der Form belassen. Während der ersten Tage der Trocknung wird das Brett, welches den Hartschaumkern fixiert hat, entfernt und der Boden der Kopie abgezogen, um eine gerade Standfläche zu bekommen. Nach vier Tagen wird die Form mit der Kopie mit Hilfe eines Flaschenzuges angehoben und umgedreht, so dass sie wieder auf den Füßen steht. Die Ausformung der neuen Kopie erfolgt in den bereits für das Abnehmen der Form von der ursprünglichen Kopie beschriebenen Schritten. Die neue Kopie wird weiterhin für mehrere Tage immer wieder befeuchtet, um eine zu schnelle und ungleichmäßige Trocknung zu verhindern. Auf diese Weise dauert es etwa drei Wochen, bis sie vollständig durchgetrocknet ist. Die abschließende Polychromie der Kopie der Muttergot- tes vom Neutor erfolgte in den Restaurierungsateliers des MNHA in Bertrange. LiTERATUR: 1 Faltz, Michael 1966, „Marienkalenner“ Jahrgang 88. 2 Nols, Guy 1993, „Kasseler Hochschulzeitung GhK-Publik“ S. 6. Bild 11 Mit Hilfe des Flaschenzuges wird die ca. 250 Kilo schwere Kopie in der Form wieder auf die Füße gestellt, Foto MNHA, 2013.