95 Empreintes 2010 liegende Beinlinge. Über diesen sind bis zu den Oberschenkeln reichende Stiefel mit Sporen zu erkennen. Erkennbar sind fer- ner Riemen, die am Stiefelschacht befestigt sind. An seinem Gürtel befindet sich neben einem vermutlich als Tasche zu interpretierendem Behältnis, welches mit zwei Riemen befes- tigt ist, sein Jagdhorn. Hubertus trägt schulterlanges, gelocktes Haar. Das Haupt des Heiligen ist mit einer Gloriole umgeben. In der Darstellung des Pferdes sind der Sattel einschließlich Satteldecke und Steigbügel sowie Teile des aufwendigen Zaumzeugs in Ansätzen erkennbar. Zu sehen ist die Trense mit Stirnriemen und diagonal geführten Nasenriemen. Über der Kruppe liegt ein Hintergeschirr mit Umgang. Auf der Brust des Tieres ist ein Brustgeschirr erkennbar. Zu Füßen des Heiligen am unteren rechten Bildrand liegt ein Hut mit umlaufender Krempe und Federbusch. Dahin- ter sind zwei Jagdhunde zu sehen, die zum Hirsch emporbli- cken. 10 (Abb. 1 + 2) Hubertus lebte von ~657 bis 727, entstammte der Ober- schicht und diente vermutlich Theoderich III., später Pippin dem Mittleren in führender Position am Hofe. Nach dem Tod seiner Frau zog er sich in die Wälder der Ardennen zurück, wo er als Einsiedler lebte. 705 wurde er Bischof von Tongern- Maastricht, 716 verlegte er seinen Bischofssitz nach Lüttich. Im Jahre 727 verstarb er in Tervueren bei Brüssel. Nach der Überführung seiner Gebeine in das Kloster Andagium (Ardennen) im Jahre 825, erblühte das Kloster zu einem viel- besuchten Wallfahrtsort und änderte schließlich seinen Na- men in Saint Hubert. 11 Erste Legenden aus dem Leben des Heiligen sind bereits aus dem 8. Jahrhundert überliefert. 12 Im 10. Jahrhundert wird die aus der Vita des Eustachius bekannte Erscheinung eines Hirsches mit dem Bild des Gekreuzigten im Geweih auf Hubertus appliziert. Nach dieser Legende soll Hubertus bei der Jagd einem weißen Hirsch nachgesetzt haben. Als er ihn stellte, erschien im Geweih des Tieres ein leuchtendes Kreuz. Hubertus vernahm Stimmen, die ihn zu einem gottgerechten Leben aufforderten. Eine signifikante Rolle in der Darstel- lung dieser Legende kommt den häufig mit abgebildeten Tie- ren zu. Neben dem zum Ende des 14./Anfang des 15. Jahr- hunderts zumeist weiß abgebildeten Hirsch, werden sein Abb. 1 Das original inv. Nr. 2003- 022/1022 (oben), die Ausformung (unten). Tom Lucas (MNHA)