71 Empreintes 2008 Ausstattung der entdeckten Gebäude. Außer den Mauer- resten wurden zwei römische Brunnen und mehrere antike Abwasserkanäle freigelegt (Abb. 3). Die Sohlen der Brunnen lagen bei 390,17 m bzw. 388,60 m NN, also auf einem ähn- lichen Niveau wie die im Vorjahr freigelegten Brunnen in der Flur „Im vordersten Meesch“ 1. Brunnen 1 enthielt u.a. über sechzig Haarnadeln aus Bein bzw. deren Fragmente. In Brun- nen 2 kamen die Reste des ersten in Luxemburg gefundenen, hölzernen Schreibtäfelchens sowie eine zerbrochene, sehr na- turalistisch gearbeitete Stierterrakotte zutage (Abb. 4 und Abb. 5). Die Schreibtäfelchenreste wurden zwecks Restaurierung und Entzifferung zu den Spezialwerkstätten des Römisch- Germanischen Zentralmuseums Mainz (D) gebracht 2. Wei- tere Fundstücke vom Grabungsbeginn 2007 sind Schmuck und Alltagsgerät aus Bronze (Ringe, Anhänger, Fibeln, Löf- fel, Schlüssel), Gegenstände aus Bein (Nähnadeln, Spielstei- ne), Glas, Blei und Eisen sowie große Mengen zerbrochener Keramik. Fünf Terrakotten-Fragmente (weibliche Gott- heiten) sprechen für die Ausübung eines Kults in der unmit- telbaren Umgebung (Haus-Altar ?). Die am „Neien Hemstler Wee“ entdeckten Baustrukturen datieren nach Ausweis der 76 gefundenen römischen Münzen zwischen der Mitte des 1. Jahrhunderts und dem letzten Drittel des 4. Jahrhunderts n. Chr. Abb. 3 Brunnen 2 mit Gebäude- und Kanalresten (© MNHA). Abb. 5 Stierterrakotte (© MNHA). Abb. 4 Fragmente des Schreibtäfelchens im unrestaurierten Zustand (ca. 19 cm breit) (© MNHA).